Über das Schloss Cygenburg

Cygenburg

Bereits im 11. Jahrhundert stand dort, wo der Kaufunger Wald bis in das Werratal reicht, das Stammschloss derer von “Cygenberch”. Dedo Comes de Cygenberch wird 1193 als erster Ziegenberger genannt. Seine Gattin Helmburg war eine geborene von Dassel.

 

Von dem ehemals stolzen, auf einem Sandsteinfelsen erbauten Schloss, sind heute nur noch Reste eines Turmes und ein paar Mauern zu sehen, obwohl die mächtig umwehrte Burg niemals von Feinden eingenommen wurde. Das wiederum war zwischen Werra und Fulda nicht selbstverständlich. Stießen hier doch die Einflussgebiete der niedersächsischen Fürsten, der Herzöge von Braunschweig, der Landgrafen von Hessen und Thüringen, sowie des Erzbistums Mainz zusammen. Dadurch gab es unzähligen Fehden und kleinere Kriege in dieser Gegend.

 

Bis in das 16. Jahrhundert hinein wechselten dann häufiger die Besitzer.

 

Der Sage nach soll Erasmus von Buttlar der Stadt Erfurt in einer Fehde so großen Schaden zugefügt haben, dass er dafür auch nach seinem Tode büßen musste. Als Poltergeist habe er die Gemächer des Schlosses durchwandelt und alles Leben daraus vertrieben, auch seinen Sohn dadurch gezwungen, dasselbe zu verlassen; ja selbst Hunde und Katzen seien davon gelaufen. Seitdem habe das Schloss leer gestanden und sei immer rascher verfallen.

 

-- Soweit die Sage --

 

Die Wirklichkeit war wohl weniger aufregend: Nachdem das Pulver erfunden wurde, wurden viele hochgelegene Burgen aus Transportgründen aufgegeben oder als Steinbruch genutzt. So endete vermutlich auch das einstmals so stolze Schloss “Cygenberg”.

 

Aus den Steinen der Cygenburg wurde um 1550 das Vorwerk “Burghain” (1495 von den Braunschweigern zerstört) wieder aufgebaut. Dies belegen viele in dem Herrenhaus verbaute Steine mit Inschriften.

 

Auf dem Gelände des späteren Rittergutes befindet sich heute der Erlebnispark Ziegenhagen, in dem noch viele Spuren der Vergangenheit zu entdecken sind.